|
Der berühmte australische «Krokodiljäger»
Steve Irwin ist bei Unterwasser-Filmaufnahmen im Great Barrier Reef von
einem Fisch getötet worden. Der Stachelrochen versetzte dem 44-jährigen
Fernsehstar einen tödlichen Stich in die Brust.
Nach Angaben von Rettungskräften war Irwin auf der Stelle tot; die mit
einem Helikopter eingeflogenen Rettungskräfte konnten ihm nicht mehr
helfen. Irwin sei durch Herzstillstand gestorben, sagte der Notarzt.
Der Fernsehstar hatte in der beeindruckenden Unterwasserlandschaft des
Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens an einem
Dokumentarfilm gearbeitet. Die scheuen Stachelrochen haben an ihrer
Schwanzflosse einen giftigen Stachel, den sie als Waffe einsetzen, wenn
sie sich bedroht fühlen.
Irwin habe sich mit den Dreharbeiten so nahe an Stachelrochen in höchste
Gefahr begeben, sagte der australische Naturfilmer David Ireland. «Sie
haben einen oder zwei Stachel am Schwanz, die nicht nur von Gift umhüllt
sind, sondern auch wie ein Bajonett wirken», erläuterte Ireland.
Steve Irwin hat nach der Attacke des
Rochens den tödlichen Stachel noch aus seiner Brust gezogen. Das zeigen
schockierende Filmaufnahmen von dem Unfall, die derzeit von der
australischen Polizei ausgewertet werden.
Sein Freund und Kollege John Stainton zeigte sich erschüttert von dem
Video: "Es ist hart, das zu sehen, weil man sehen kann, wie jemand
stirbt." Irwin sei direkt über dem Rochen gewesen, als dessen Stachel ihn
traf. "Er zog in raus und in der nächsten Minute war er tot. Er stand immer am Abgrund. Er ist immer bis zum
Limit gegangen, aber ich habe gedacht er sei unverwundbar und ich glaube,
er hat das auch gedacht", sagte Stainton.
Keine Scheu vor wilden Tieren...
Der Australier, dessen Markenzeichen khakifarbene Shorts und Hemden waren,
war über die Landesgrenzen hinweg mit Fernsehsendungen berühmt geworden,
in denen er sich ohne Scheu mit wilden Tieren umgab.
Die 1992 gestartete Sendung «Crocodile Hunter» («Krokodiljäger») wurde
unter anderem im Discovery Channel gezeigt. Irwins Popularität brachte ihm
auch eine Rolle in dem Hollywood-Streifen «Dr. Doolittle 2» an der Seite
von Eddie Murphy ein.
Auch kritisiert ...
Einen Bärendienst hatte sich der Fernseh-Tierfreund erwiesen, als er vor
zwei Jahren vor laufender Kamera ein vier Meter langes Krokodil mit der
Hand fütterte, während er seinen erst einen Monat alten Sohn Bob auf dem
Arm hielt.
Selbst treue Fans fragten sich damals, ob Irwin noch recht bei Sinnen sei.
Wegen der scharfen öffentlichen Kritik zog sich Irwin in Australien
zurück.
… aber am Schluss gerühmt
Australische Politiker und Tourismusmanager würdigten derweil die
Verdienste des «Krokodiljägers». Irwin habe dem Bundesstaat und ganz
Australien viel gegeben, sagte der Ministerpräsident von Queensland, Peter
Beattie.
Der Chef des Tourismusrates, Matthew Hingerty, nannte Irwin eine
«australische Ikone», die dem Land Hunderte Millionen Dollar an
Tourismuseinnahmen gebracht habe. ustraliens Premierminister John Howard
würdigte Irwin als "ein großartiges australisches Vorbild". Irwin sei in der Gesellschaft von
wilden Tieren gestorben, die er so gerne gemocht habe. Irwin soll im
Bundesstaat Queensland ein Staatsbegräbnis bekommen, sofern seine Familie
zustimmt.
Steve Irwin hinterlässt eine Frau und
zwei Kinder im Alter von drei und acht Jahren. |