Cäsar Peter Gläser
1949 - 2008
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»Cäsar« ist tot
Die DDR-Rocklegende Peter «Cäsar» Gläser, einst Sänger bei der legendären Klaus
Renft Combo, ist tot. Der Musiker erlag im Alter von 59 Jahren in einer
Leipziger Klinik einem Krebsleiden.
Peter «Cäsar» Gläser gehörte bis 1975 zu der in der DDR
zeitweise verbotenen Renft Combo und ging danach eigene Wege; zuletzt als Sänger
mit seiner Band »Die Spieler«. In den frühen 70er Jahren war Renft neben den
Puhdys und Panta Rhei eine der führenden DDR-Bands. Mit Liedern wie «Wer die
Rose ehrt», «Als ich wie ein Vogel war» und «Der Apfeltraum» war die Gruppe in
Ostdeutschland zur Rocklegende geworden.
Die Klaus Renft Combo wurde 1958 von Klaus Jentzsch in Leipzig gegründet. Renft
war der Geburtsname von Jentzsch' Mutter. Er verwendete ihn fortan als
Künstlernamen. Als die Gruppe ein Auftrittsverbot erhielt, gründete Klaus Renft
die Beat-Gruppe The Butlers. Jedoch durfte auch diese Band nicht auftreten. 1967
wurde das Auftrittsverbot für die Klaus Renft Combo wieder aufgehoben. Ab 1969
war zunehmend der regimekritische Liedermacher Gerulf Pannach für die Texte der
Band zuständig, wobei er von Kurt Demmler unterstützt wurde. Um die gleiche Zeit
wurde auch Peter Pjotr Kschentz, der zuvor als Kraftfahrer für die Band
gearbeitet hatte, zum festen Mitglied der Band. Er spielte Saxophon, Querflöte,
Geige, Akkordeon, Gitarre sowie andere Instrumente und komponierte einige Songs
der Klaus Renft Combo wie Liebeslied, Die alte Mühle und den Raucherblues.
Immer wieder trafen Schicksalsschläge die Band: Am 18. September 2005 verstarb Multiinstrumentalist Peter Kschentz auf Poel an Lungenkrebs. Christian Kunert widmete sich eigenen Projekten, und Thomas Schoppe übernahm die Position des Frontmannes. Nach einem Hörsturz von Kunert sowie dem Tod des Bandleaders Renft im Herbst 2006 formierte sich die Band zu viert für das Programm „Viererbande 2007“. Es begannen wieder Auftritte mit „Cäsar und die Spieler“. Am 18. März 2007 folgte schließlich der nächste Schicksalsschlag. Gitarrist Heinz Prüfer verunglückte auf der Rückfahrt von einem Auftritt in Altdöbern tödlich. In seiner musikalisch tragenden Funktion schien er kaum ersetzbar. Mit Gisbert Piatkowski hatte Renft allerdings inzwischen einen Nachfolger gefunden.